Wenn ich etwas fotografiere, geht es mir nicht darum, einer strengen Technik zu folgen oder ein perfektes Bild zu schaffen. Für mich geht es um Verbindung, darum, in einem Motiv etwas zu finden, das in mir etwas auslöst. Es kann ein Gefühl des Staunens sein, Bewunderung für Schönheit, Neugier oder sogar der Drang, eine tiefere Geschichte aufzudecken.
Während einer kürzlichen Reise nach Lanzarote stieß ich auf die skelettartigen Überreste eines riesigen Gebäudes mitten im Nirgendwo. Vielleicht sollte es ein weiteres Resort werden, aber es blieb unvollendet, der Zeit und der Natur überlassen. Schriftzüge bedeckten die Betonwände und verwandelten den Verfall in Kunst. Ein Werk fiel mir besonders auf, und ich fragte mich: Wie würde der Künstler wollen, dass seine Arbeit gesehen wird? Nachdem ich ein paar Minuten über die Winkel, das Licht und die Stimmung nachgedacht hatte, machte ich die Aufnahme. Ich stelle mir gerne vor, dass ich es so festgehalten habe, wie der Künstler es vielleicht beabsichtigt hätte.
So gehe ich an die Fotografie heran, vollständig vom Instinkt geleitet. Ich beobachte alles um mich herum und lasse zu, dass sich die Details und die Atmosphäre zeigen. Ich wähle meine Blende, um zu entscheiden, wie viel Schärfentiefe oder Detail ich möchte, stelle die Belichtung ein und halte dann den Moment fest. Es ist nichts Kompliziertes, aber für mich ist es alles.
Jedes Foto ist einzigartig, weil es den Moment markiert, in dem ich einen Ort wirklich sehe und fühle, in dem ich eindeutig Teil davon bin. Es ist dann, wenn ich beobachtet, die Umgebung aufgenommen und das eine Element gefunden habe, das mich fesselt. Manchmal fesselt mich nichts. Ich bin schon von Motiven weggegangen, die andere außergewöhnlich oder ikonisch nennen würden, einfach weil sie bei mir keine Verbindung ausgelöst haben.
Was ich mit meinen Fotos vermitteln möchte, ist die Schönheit, die ich sehe, das Gefühl, an diesem Ort präsent zu sein, ein Teil davon zu sein. Ich möchte, dass die Betrachter die Details, die Formen, die Farben wahrnehmen – vielleicht sogar denken oder fühlen, was ich dachte oder fühlte, als ich den Auslöser drückte.
Fotografie bedeutet für mich nicht, andere zu beeindrucken oder Trends hinterherzujagen. Es geht darum, präsent zu sein, tief zu sehen und andere in diese gleiche Erfahrung einzuladen. Vielleicht ist es ein wenig unkonventionell, aber es ist ehrlich.