Ich fotografiere, weil ich in diesem Augenblick etwas festhalten möchte, das in mir nachklingt. Fotografie ist für mich eine Möglichkeit, die Zeit anzuhalten und zu sagen: „Dieser Moment, diese Szene, dieses Gefühl, das ist mir wichtig.“
Manchmal wird meine Wahl von Emotionen geleitet. Eine Landschaft, eine Straße oder sogar ein flüchtiger Ausdruck im Gesicht eines Menschen kann etwas Tiefes in mir auslösen. Ein anderes Mal geht es darum, wie das Licht mit einem Motiv spielt, um den Kontrast der Schatten oder eine besondere geometrische Komposition. Es gibt keine feste Formel, kein bewusstes Muster. Es ist instinktiv. Ich sehe etwas und weiß: Das muss festgehalten werden.
Meistens führt mich mein Instinkt zu Landschaften. Die Weite der Natur, die Art, wie sich die Farben mit der Tageszeit verändern, die Kraft eines unberührten Horizonts – hier fühle ich mich am meisten zu Hause. Aber das bedeutet nicht, dass ich Architektur-, Reise-, Porträt- oder Straßenfotografie meide. Auch in menschengemachten Strukturen, im Rhythmus einer Stadt und in den flüchtigen, ungeskripteten Momenten auf den Straßen liegt etwas ebenso Faszinierendes.
Doch nicht jede Szene lässt sich festhalten. Es gab Momente, in denen meine Kamera nicht wiedergeben konnte, was ich fühlte, oder technische Grenzen oder Einschränkungen es unmöglich machten, ein Foto zu machen. In solchen Fällen bleibt mir nur die Erinnerung. Manchmal schreibe ich auf, was ich gesehen habe, um es in Worten zu bewahren. Doch meistens bleiben diese Momente bei mir, eingebrannt in mein Gedächtnis als etwas Persönliches, etwas, das ich gerne geteilt hätte.
Und genau das ist letztlich der Grund, warum ich fotografiere. Ich möchte teilen. Ich möchte Menschen, ob enge Freunde oder völlig Fremde, zeigen, was ich sehe, was ich fühle und was mich bewegt. Ich möchte anderen die Möglichkeit geben, etwas durch meine Linse wahrzunehmen, Emotionen hervorzurufen und Gedanken durch Bilder anstatt durch Worte zu vermitteln. Meine Fotografie ist nicht mehr nur für mich. Sie ist mein Weg, mich der Welt zu öffnen.